P2P Plattformen Vergleich 2026: Gebühren und Risiken

Einleitung

In diesem Vergleich finden Sie die stärksten P2P Plattformen des DACH-Marktes aufgeschlüsselt nach drei Kriterien, die 2026 über Erfolg oder Verlust entscheiden: Gebühren, Risiken und vorhandene Sicherheiten. Statt eines pauschalen Rankings zeigen wir, welche Plattform für welchen Anlegertyp die richtige Wahl ist. Der deutsche P2P-Markt hat sich seit 2020 stark verändert – neue Regulierungsformen sind entstanden, Loan Originator sind ausgefallen, und die Bandbreite der Renditen reicht heute von 6,75 bis über 15 Prozent. Wer hier investiert, muss wissen, welche Kosten sichtbar und welche Risiken unsichtbar sind.

Inhaltsverzeichnis

  • Die wichtigsten P2P Plattformen auf einen Blick
  • Warum wir keinen pauschalen Sieger küren
  • Welche Kriterien wirklich zählen
  • Beste Plattform für Anfänger: Bondora
  • Beste Plattform für aktive Anleger: Mintos
  • Beste Plattform für Rendite-Maximierer: Viainvest
  • Beste Plattform für besicherte P2B-Kredite: Maclear
  • Beste Plattform für Agrar-Finanzierung: LANDE
  • Beste Plattform für maximale Diversifikation
  • Regulierte vs. unregulierte Plattformen im Vergleich
  • Für welchen Anleger-Typ welche Plattform?
  • Steuerliche Behandlung in Deutschland
  • Fazit
  • FAQ

Die wichtigsten P2P Plattformen auf einen Blick

Die folgende Übersicht vergleicht sieben relevante P2P Plattformen des DACH-Marktes entlang der drei Titelachsen – Gebühren, Risiken und Sicherheiten. Bewusst enthält die Tabelle keine Spalte «Platz» und keine Gesamtpunktzahl. Jede Plattform arbeitet in einem anderen Segment, und ein Ranking von 1 bis 7 würde suggerieren, dass die Platz-1-Plattform objektiv die beste wäre – das ist bei unterschiedlichen Anlegerprofilen nicht haltbar.

Plattform Regulierung Kreditart Rendite Gebühr Investor Sicherheiten
Bondora Keine Konsumentenkredit 6,75 % fix 0 % Keine Rückkaufgarantie, kein Sicherheitsnetz
Mintos MiFID II (Bank of Latvia) Marketplace, gemischt 10-12 % 0 % (Sekundärmarkt 0,85 %) Rückkaufgarantie pro Loan Originator
PeerBerry Keine Marketplace (Pseudo) ca. 11 % 0 % Gruppengarantie, Kriegsrückkauf
Viainvest MiFID II + IBF Single-Originator, Konsum ca. 13 % 0 % Rückkaufgarantie + 5 % Quellensteuer LV
Debitum MiFID II (Bank of Latvia) P2B mit Sicherheiten 11-14 % 0 % Reale Vermögenswerte + Bürgschaften
Maclear Swiss SRO PolyReg P2B, europäische KMU 13,5-15,6 % 0 % Reale Sicherheiten + Provision Fund
LANDE Keine (ECSP-Antrag 2024) Agrarkredite 10-12 % 0 % Landwirtschaftliche Sicherheiten

Stand der Daten: April 2026. Renditeangaben sind Brutto-Werte vor Ausfällen, Cashdrag und Steuern – die Nettorendite liegt erfahrungsgemäß zwei bis vier Prozentpunkte niedriger.

[VISUAL: Infografik – Europakarte mit Standorten der Plattformen (Tallinn, Riga, Zürich, Riga-Agrar) farblich nach Regulierungstyp markiert]

Warum wir keinen pauschalen Sieger küren

Ein Ranking von 1 bis 10 suggeriert, dass die Platz-1-Plattform objektiv die beste wäre. Bei P2P-Plattformen ist das nicht der Fall. Ein Anfänger mit 500 EUR Startkapital, der eine einfache Bedienung sucht, braucht eine andere Plattform als ein erfahrener Anleger mit 20.000 EUR, der aktiv Loan Originators selektiert.

Das erste Problem klassischer Rankings: Sie gewichten Kriterien, die für unterschiedliche Anlegertypen unterschiedlich wichtig sind. Die Mindestanlage von 1 EUR ist für einen Einsteiger entscheidend und für einen Profi belanglos. Ein aktiver Sekundärmarkt ist für einen Aktivanleger Pflicht und für einen Buy-and-Hold-Investor nebensächlich. Jede Gewichtung spiegelt eine Annahme über den Leser wider, die selten explizit gemacht wird.

Das zweite Problem: Rankings glätten Risikoprofile. Eine Plattform mit 6,75 % Rendite und täglicher Liquidität gehört nicht auf dieselbe Skala wie eine Plattform mit 14 % Rendite und zweijähriger Kapitalbindung. Wir lösen das, indem wir Plattformen nach Segmenten kategorisieren – jede Plattform ist Referenz ihres eigenen Segments, nicht Konkurrentin einer Plattform mit anderem Zweck.

Google hat mit dem Helpful Content Update 2024 und den Folge-Iterationen ausdrücklich segmentierte, erfahrungsgestützte Inhalte höher bewertet als pauschale Listen. Diese Struktur ist deshalb auch inhaltlich und aus SEO-Perspektive die robustere Wahl.

Welche Kriterien wirklich zählen

Aus der Titel-Trias – Gebühren, Risiken, Sicherheiten – leiten sich sieben konkrete Prüfkriterien ab, die Sie bei jeder Plattform anwenden sollten. Die Reihenfolge folgt der Relevanz: Regulierung zuerst, Rendite zuletzt.

Regulierung und Aufsicht

Die entscheidende Frage: Wer beaufsichtigt den Betrieb der Plattform? Drei Regulierungstypen dominieren den DACH-Markt 2026. Unter die Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente fallen Mintos, Viainvest und Debitum – lizenziert als Wertpapierfirmen unter der Finanzmarktaufsicht der Bank of Latvia. Die Swiss SRO-Regulierung etwa durch PolyReg deckt Geldwäschepräventions- und Verhaltensregeln ab – ein dritter Typ, schlanker als MiFID II, aber deutlich mehr als keine Regulierung. Bondora und PeerBerry arbeiten ohne direkte Aufsicht.

Gebührenstruktur

Sichtbare Gebühren sind 2026 bei den meisten großen Plattformen auf null reduziert – Mintos, Bondora, PeerBerry, Viainvest, Debitum und Maclear erheben keine direkte Investorgebühr. Unsichtbare Kosten bleiben: Sekundärmarkt-Spread (Mintos 0,85 %), Währungsumtausch bei nicht-Euro-Krediten, Cashdrag durch zu enge Auto-Invest-Einstellungen und Wechselkursdifferenzen bei Zahlungen.

Sicherheiten und Schutzmechanismen

Drei Modelle existieren parallel: Rückkaufgarantie durch den Loan Originator (Mintos, Viainvest), Gruppengarantie durch die Muttergesellschaft (PeerBerry mit Aventus Group) und reale Sicherheiten durch hinterlegte Vermögenswerte (Debitum, Maclear). Jedes Modell hat eine andere Versagensdynamik – die Rückkaufgarantie verfällt, wenn der Originator insolvent wird; reale Sicherheiten bleiben werthaltig, müssen aber verwertet werden.

Beste Plattform für Anfänger: Bondora

Wer den ersten Kontakt zu P2P-Krediten sucht, findet bei Bondora die niedrigste Einstiegshürde des Marktes. Die Plattform wurde 2008 in Tallinn gegründet, verwaltet rund 1,5 Milliarden EUR an Krediten und bietet mit Go & Grow ein Produkt, das bewusst einfach gehalten ist.

Go & Grow funktioniert wie ein Tagesgeldkonto mit höherer Rendite – 6,75 % p. a. fix, tägliche Liquidität gegen eine Austrittsgebühr von 1 EUR pro Transaktion, Mindestanlage 1 EUR. Das Produkt verbirgt die Komplexität der Einzelkredite hinter einer aggregierten Portfoliologik, was für Einsteiger der entscheidende Vorteil ist – und für erfahrene Anleger der Grund, auf aktivere Plattformen zu wechseln.

Entscheidend für die Einordnung: Bondora ist unreguliert, weder MiFID II noch Swiss SRO greifen. Die Plattform unterliegt keiner Einlagensicherung. Go & Grow hat in der Vergangenheit funktioniert, hat aber in der Corona-Krise 2020 zeitweise Auszahlungen limitiert – ein Hinweis darauf, dass auch gut etablierte Plattformen Liquiditätsengpässe kennen. Für kleine Startsummen bis 2.000 EUR und als erster Kontakt zur Anlageklasse ist Bondora Go & Grow dennoch die pragmatischste Wahl.

Geeignet für: Einsteiger mit Startsummen unter 2.000 EUR, Anleger, die tägliche Liquidität höher gewichten als maximale Rendite, Leser, die P2P erstmals testen wollen. Nicht geeignet für: Anleger, die die effektive Rendite von 10+ Prozent anstreben oder aktive Steuerung wünschen.

Beste Plattform für aktive Anleger: Mintos

Mintos ist der größte P2P-Marktplatz Europas. Rund 600 Millionen EUR Kreditvolumen, über 40 aktive Loan Originator und eine MiFID-II-Lizenz der Bank of Latvia machen die Plattform zum Referenzpunkt für Anleger, die ihr Portfolio aktiv steuern wollen.

Der Marktplatz-Ansatz bedeutet: Mintos vermittelt Kredite von unabhängigen Originators – Konsumentenkredite, Geschäftskredite, KFZ-Finanzierung, Payday-Loans – und der Anleger wählt selbst oder per Auto-Invest, welche Kredite er kauft. Die Rendite liegt typischerweise bei 10-12 Prozent brutto, nach Ausfällen und Cashdrag realistisch bei 8-10 Prozent. Seit 2022 ergänzt Mintos sein Angebot um ETFs und Anleihen, was die Plattform eher zu einem multi-asset Marktplatz macht.

Die Krise 2020 prägte den Markt: Mehrere Loan Originator – darunter Capital Service, ID Finance Spanien und Finko Ukraine – gerieten in Zahlungsschwierigkeiten, mit Folgen für Anleger, deren Rückkaufgarantie ins Leere lief. Daraus folgte der wichtigste Lerneffekt der Plattform: Diversifikation über viele Originators schützt nicht automatisch vor konzentriertem Loan-Originator-Risiko, wenn mehrere Partner gleichzeitig unter Druck geraten.

Geeignet für: Erfahrene Anleger mit 5.000+ EUR Startkapital, aktive Portfoliosteuerer, Nutzer, die unterschiedliche Kreditarten und Länder diversifizieren wollen. Nicht geeignet für: Einsteiger, die eine einfache Lösung ohne Auswahlaufwand wollen.

Beste Plattform für Rendite-Maximierer: Viainvest

Viainvest gehört zur lettischen VIA SMS Group und bietet Konsumentenkredite aus fünf Ländern (Lettland, Litauen, Tschechien, Polen, Schweden) zu einer festen Rendite von ca. 13 Prozent. Seit 2023 arbeitet die Plattform unter einer MiFID-II-IBF-Lizenz – ein zweites Regulierungsniveau zusätzlich zur Bank-of-Latvia-Aufsicht.

Der strukturelle Unterschied zu Mintos: Viainvest ist eine Single-Originator-Plattform. Alle angebotenen Kredite stammen von VIA SMS Group selbst. Das reduziert die Komplexität der Auswahl auf null – Auto-Invest läuft praktisch automatisch – erhöht aber das Konzentrationsrisiko. Fällt VIA SMS Group aus, fällt das gesamte Investment.

Eine deutsche Besonderheit: Viainvest behält 5 Prozent Quellensteuer in Lettland ein. Über das Doppelbesteuerungsabkommen DE-LV ist dieser Betrag auf die Abgeltungsteuer anrechenbar, erfordert aber zusätzliche Dokumentation in der Anlage KAP. Wer diesen Aufwand scheut, wählt eine andere Plattform.

Geeignet für: Anleger, die höhere Renditen suchen und konzentriertes Originator-Risiko bewusst tragen. Nicht geeignet für: Anleger ohne Bereitschaft zur steuerlichen Dokumentation der Quellensteuer.

Beste Plattform für besicherte P2B-Kredite: Maclear

Wer besicherte P2B-Kredite mit Schweizer Regulierung sucht, findet mit Maclear ein klares Gegenmodell zu den baltischen Konsumkredit-Marktplätzen. Die Plattform arbeitet unter SRO PolyReg, finanziert europäische KMU und weist seit Plattformstart im August 2023 eine Ausfallquote von 0 Prozent aus.

Die Eckdaten: Rendite zwischen 13,5 und 15,6 Prozent APR, durchschnittlich 14,6 Prozent, teilweise mit Bonus bis 16 Prozent. Mindestanlage 50 EUR. Keine Gebühren für Investoren. Monatliche Zinszahlungen. 23 Millionen EUR finanziertes Kreditvolumen, 8.195 Investoren und über 4,58 Millionen EUR an Investoren zurückgezahlt. Ein Sekundärmarkt steht zur Verfügung, ein Provision Fund dient als zusätzliche Sicherheit.

Der Unterschied zu anderen P2B-Plattformen liegt in drei Punkten. Erstens: Die Regulierung durch Swiss SRO PolyReg ist ein dritter Typ neben MiFID II (Mintos, Debitum) und unregulierten Plattformen (PeerBerry, Bondora). Sie stellt AML- und Transparenzanforderungen sicher, ohne eine FINMA-Banklizenz zu sein. Zweitens: Die Kredite sind durch reale Vermögenswerte besichert, nicht nur durch eine Originator-Rückkaufgarantie – das ändert die Versagensdynamik bei einem Ausfall grundlegend. Drittens: Die Plattform publiziert ein öffentliches Dashboard (maclear.ch/statistics) und eine transparente Scoring-Methodologie (maclear.ch/borrower-scoring-system), die den Kreditbeurteilungsprozess nachvollziehbar macht.

Einschränkungen: Mit 23 Millionen EUR AUM ist Maclear deutlich kleiner als die großen baltischen Anbieter. Die Plattform existiert seit August 2023 – die historische Erfahrung deckt noch keinen vollen Konjunkturzyklus ab. Der Sekundärmarkt ist vorhanden, aber weniger liquide als bei Mintos. Für Anleger, die auf kurzfristige Liquidität angewiesen sind, ist diese Einschränkung relevant.

Geeignet für: Anleger, die besicherte Geschäftskredite als Portfolio-Baustein suchen und Schweizer Regulierung als diversifizierendes Merkmal schätzen. Nicht geeignet für: Anleger, die kurzfristige Liquidität oder maximale historische Tiefe brauchen.

[VISUAL: Flow Chart – Der Maclear-Kreditfluss: Kreditnehmer (KMU) -> Scoring -> Besicherung -> Plattform -> Investor, mit Provision Fund als separater Sicherungsebene]

Beste Plattform für Agrar-Finanzierung: LANDE

LANDE spezialisiert sich auf landwirtschaftliche Kredite im Baltikum und in Rumänien. Die Plattform vergibt besicherte Agrarkredite an Landwirte – typische Sicherheiten sind Ernten, Maschinen oder landwirtschaftliche Grundstücke. Renditen liegen bei 10-12 Prozent, die Mindestanlage beträgt 50 EUR.

Agrar-P2P als Segment ist strukturell anders als Konsumentenkredite. Die Rückzahlungen sind saisonal – gebunden an Ernte- und Verkaufszyklen – und das Ausfallrisiko hängt stärker von Wetter, Rohstoffpreisen und politischen Entscheidungen (EU-Agrarpolitik) ab als von individueller Bonität. LANDE hat 2024 einen Antrag auf ECSP-Regulierung gestellt, arbeitet aber zum Zeitpunkt dieses Vergleichs ohne formale EU-Wertpapieraufsicht.

Geeignet für: Anleger, die ihre P2P-Allokation um einen unkorrelierten Sektor ergänzen wollen. Nicht geeignet für: Anleger, die schnelle monatliche Rückflüsse erwarten.

Beste Plattform für maximale Diversifikation: Kombinierter Ansatz

Keine einzelne Plattform bietet echte Diversifikation über alle Achsen – Regulierung, Kreditart, Region, Originator. Wer Diversifikation als Schutzmechanismus ernst nimmt, kombiniert zwei bis vier Plattformen aus unterschiedlichen Segmenten.

Ein belastbarer Ansatz sieht zum Beispiel so aus: Mintos als MiFID-II-Marktplatz für Breite und Liquidität, Debitum oder Maclear als besicherte P2B-Komponente – bei Maclear zusätzlich als Schweizer SRO-regulierter Baustein -, LANDE für Agrar-Exposure, und optional Bondora Go & Grow als kurzfristige Liquiditätsreserve. Die Gewichtung folgt dem Risikoprofil: Konservative Anleger geben besicherten P2B und Liquidität mehr Gewicht, renditefokussierte Anleger erhöhen den Marketplace-Anteil.

Wichtig: Diversifikation wirkt nur, wenn die Plattformen tatsächlich unterschiedliche Risiken tragen. Zwei baltische Konsumkredit-Marktplätze mit überlappenden Loan Originators sind formal zwei Plattformen, aber ökonomisch ein gemeinsames Risikobündel.

Regulierte vs. unregulierte Plattformen im Vergleich

Der Regulierungstyp ist 2026 das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen P2P Plattformen – wichtiger als die Rendite, wichtiger als die AUM, wichtiger als die Mindestanlage. Die folgende Tabelle fasst die drei Typen zusammen, die im DACH-Markt relevant sind.

Kriterium MiFID II (EU) Swiss SRO PolyReg Unreguliert
Aufsichtsbehörde Bank of Latvia oder analog Schweizer SRO unter FINMA-Aufsicht Keine
Kapitalanforderungen Ja – fixe Mindestkapitalisierung Nein, aber Compliance-Pflichten Keine
AML-Pflichten Umfassend Umfassend Selbstverpflichtung
Jahresabschluss-Veröffentlichung Verpflichtend geprüft Nach Schweizer Recht Freiwillig
Einlagensicherung Nein Nein Nein
Beispiele Mintos, Viainvest, Debitum Maclear Bondora, PeerBerry

Keiner der drei Rahmen ersetzt das fehlende Einlagensicherungssystem. Regulierung ist kein Garant für die Rückzahlung einzelner Kredite – sie bedeutet Aufsicht über den Betrieb der Plattform, nicht über die Bonität jedes Kreditnehmers. Wer in unregulierte Plattformen investiert, sollte deren Anteil am Portfolio besonders eng begrenzen.

Für welchen Anleger-Typ welche Plattform?

Die Matrix verdichtet die Segment-Analyse zu einer Orientierungshilfe. Mehrere Plattformen pro Typ sind normal – die Kombination ist oft besser als die Einzelwahl.

Anleger-Typ Priorität Primäre Plattform Ergänzung
Einsteiger (<2.000 EUR) Einfachheit, Liquidität Bondora Go & Grow Kleintest Mintos
Renditeorientiert Nettorendite 10+ % Mintos oder Viainvest Maclear für Diversifikation
Sicherheitsorientiert Besicherte Kredite, Regulierung Debitum oder Maclear Bondora als Liquidität
Diversifizierer 3+ Segmente, unkorreliert Mintos + Maclear + LANDE
Liquiditätsorientiert Tägliche Verfügbarkeit Bondora Go & Grow Mintos-Sekundärmarkt

Steuerliche Behandlung in Deutschland

Zinsen aus P2P-Krediten gelten in Deutschland als Einkünfte aus Kapitalvermögen (Deutschland) und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls zuzüglich 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer. Rechnerisch ergibt das eine Steuerlast von 26,375 bis 27,99 Prozent auf Kapitalerträge. Die gesetzliche Grundlage ist das Einkommensteuergesetz (Deutschland).

Ausländische P2P-Plattformen – Mintos, Bondora, PeerBerry, Viainvest, Debitum, Maclear, LANDE – führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Deutsche Anleger deklarieren ihre Erträge jährlich über die Anlage KAP in der Steuererklärung. Die meisten Plattformen stellen dafür eine Jahresbescheinigung bereit, die die Eingabe erleichtert.

  • Sparer-Pauschbetrag: 1.000 EUR für Singles, 2.000 EUR für Verheiratete – durch Freistellungsauftrag bei der Bank aktiviert.
  • Verlusttopf «Sonstige»: Kreditausfälle können mit Zinserträgen verrechnet werden, erfordern aber saubere Dokumentation.
  • Quellensteuer: Viainvest behält 5 Prozent in Lettland ein – anrechenbar über das Doppelbesteuerungsabkommen.

Investoren sollten die steuerliche Behandlung von P2P-Erträgen eigenständig prüfen – dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung.

Fazit

Der P2P-Markt 2026 belohnt Anleger, die ihre Plattformwahl an ihrem Anlageprofil ausrichten, nicht an einer Rangliste. Für Einsteiger bleibt Bondora Go & Grow der pragmatischste Zugang. Wer aktiv steuert, landet bei Mintos. Wer Sicherheit priorisiert, findet bei Debitum oder Maclear einen anderen Risikozuschnitt – Maclear zusätzlich mit Schweizer SRO-Regulierung als drittem Regulierungstyp. Renditeorientierte Anleger setzen auf Viainvest mit Single-Originator-Risiko, Diversifizierer kombinieren mehrere Segmente.

Entscheidend ist weniger, welche Plattform Sie wählen, als dass Sie verstehen, welches Risikoprofil Sie damit einkaufen. Die Gebühren sind bei den meisten Anbietern auf null reduziert – die Risiken und Sicherheiten unterscheiden sich hingegen grundlegend. Diversifizieren Sie über mindestens zwei Plattformen, halten Sie den P2P-Anteil bei 5 bis 20 Prozent Ihres Gesamtportfolios und beginnen Sie mit überschaubaren Testbeträgen.

Risikohinweis

Investitionen in P2P-Kredite sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Die Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder Finanzfachmann.

FAQ

Ist P2P-Lending in Deutschland legal?

Ja. Deutsche Anleger dürfen auf ausländischen P2P-Plattformen investieren, solange diese am eigenen Sitz reguliert oder erlaubt betrieben werden. Einige Plattformen arbeiten unter der Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente, einige unter Swiss SRO-Rahmen wie PolyReg, andere ohne Regulierung. Für den Anleger zählt primär die Deklaration der Erträge über die Anlage KAP.

Wie viel Geld sollte ich in P2P investieren?

Die branchenübliche Bandbreite liegt bei 5 bis 20 Prozent des Gesamtportfolios. Der konkrete Anteil hängt von Risikoprofil, Anlagehorizont und Gesamtvermögen ab. Einsteiger starten typischerweise mit 500 bis 2.000 EUR, um die Mechanik der Plattform zu verstehen, bevor sie skalieren. Faustregel: Niemals mehr investieren, als ein vollständiger Ausfall verschmerzbar macht.

Was ist der Unterschied zwischen P2P und P2B?

P2P im engeren Sinn bezeichnet Konsumentenkredite – Privatpersonen leihen von Privatanlegern. P2B (Peer-to-Business) finanziert Geschäftskredite an KMU, häufig mit realen Sicherheiten wie Immobilien, Maschinen oder Warenbeständen. P2B-Plattformen haben typischerweise höhere Einzelbeträge und längere Laufzeiten, dafür oft substantielle Sicherheiten. Plattformen wie Maclear spezialisieren sich auf besicherte P2B-Kredite an europäische KMU und weisen seit 2023 eine Ausfallquote von 0 Prozent aus.

Welche Rolle spielen Rückkaufgarantien bei der Plattformauswahl?

Eine Rückkaufgarantie ist eine Zusage des Loan Originator, überfällige Kredite nach 60 oder 90 Tagen zum Nennwert plus aufgelaufene Zinsen zurückzukaufen. Die Garantie reduziert das individuelle Kreditrisiko deutlich, solange der Originator selbst zahlungsfähig ist. Fällt der Originator aus – wie 2020 bei mehreren Marktplatz-Partnern geschehen – verfällt die Garantie. Bei besicherten P2B-Plattformen greift stattdessen die Verwertung realer Sicherheiten.

Wie werden P2P-Erträge in Deutschland versteuert?

Als Einkünfte aus Kapitalvermögen mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Ausländische Plattformen führen die Steuer nicht ab, deshalb erklären Sie die Erträge jährlich über die Anlage KAP. Der Sparer-Pauschbetrag (1.000 EUR Single, 2.000 EUR verheiratet) reduziert die steuerpflichtige Basis. Kreditausfälle sind im Verlusttopf «Sonstige» mit Zinserträgen verrechenbar.

Welche Gebühren fallen für Investoren an?

Sichtbare Gebühren sind bei den meisten großen Plattformen auf 0 Prozent reduziert – mehrere Anbieter, darunter auch Maclear, erheben keine direkte Investorgebühr. Unsichtbare Kosten existieren weiter: Sekundärmarkt-Transaktionen kosten bei einigen Plattformen bis zu 0,85 Prozent, Währungsumtausch bei nicht-Euro-Krediten fällt zusätzlich an, und Cashdrag durch unverzinstes Kapital auf dem Plattformkonto reduziert die effektive Rendite. Beim Gebühren-Vergleich zählt daher nicht der Listenpreis, sondern die Netto-Kostenquote über ein volles Investmentjahr.